Unser Haus in Michendorf bei Potsdam Herzlich, professionell und individuell: Unsere besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderung

Im Haus St. Norbert leben 71 Menschen in unterschiedlichen Wohnformen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner bringt eigene Wünsche, Bedürfnisse und Persönlichkeiten mit – und genau daran orientieren wir unser tägliches Handeln. Unsere Mitarbeitenden begleiten die Menschen bei uns mit fachlicher Kompetenz, echter Zuwendung und dem Bewusstsein, Verantwortung zu tragen.

Im Mittelpunkt steht die größtmögliche Selbstbestimmung und Teilhabe. Als verlässliche Partnerinnen und Partner unterstützen wir Menschen mit Behinderungen dabei, ihre Potenziale zu entfalten, Perspektiven zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen. Unser christliches Menschenbild und unsere hohe fachliche Qualität prägen diese Arbeit – ebenso wie die Überzeugung, dass jeder Mensch ein aktiver Teil unserer Gemeinschaft und der Gesellschaft sein kann.

Frauenbeauftragte stärken Frauen mit Behinderungen

Seit 2017 haben vier Frauen aus dem Haus St. Norbert fast 50 Frauenbeauftragte und Unterstützerinnen auf ihre Aufgaben vorbereitet. Mit dem Bundesteilhabegesetz wurde zum 1. Januar 2017 die Wahl von Frauenbeauftragten in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gesetzlich verankert. Sie vertreten die Interessen der dort beschäftigten Frauen gegenüber der Werkstattleitung. Dabei setzen sie sich insbesondere für Gleichstellung, die Vereinbarkeit von Familie und Beschäftigung sowie den Schutz vor Belästigung und Gewalt ein. Frauenbeauftragte werden alle vier Jahre von den weiblichen Werkstattbeschäftigten gewählt und können sich von einer Vertrauensperson unterstützen lassen.

Um die Frauenbeauftragten auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten, wurden bundesweit Trainerinnen-Tandems qualifiziert. Eines der beiden Tandems in Brandenburg kam aus dem Haus St. Norbert in Michendorf.

Gemeinsam lernen und Sicherheit gewinnen

Das Schulungsteam bestand aus Meike Johannink aus dem Ambulant Betreuten Wohnen, der stellvertretenden Einrichtungsleiterin Regine Lehmann sowie Anika Rösler und Cindy Januschek, die Angebote des Hauses St. Norbert nutzen. In drei Schulungsreihen vermittelten die Trainerinnen den angehenden Frauenbeauftragten und ihren Unterstützerinnen wichtiges Wissen für ihre Aufgaben. Die Teilnehmerinnen lernten unter anderem,

  • Gespräche sicher zu führen,
  • schwierige und persönliche Themen anzusprechen,
  • die Interessen anderer Frauen zu vertreten und
  • auf die Wahl der Frauenbeauftragten aufmerksam zu machen.

Exkursionen, beispielsweise zu einer Frauenberatungsstelle, ergänzten die Schulungen. Außerdem beteiligten sich die Teilnehmerinnen gemeinsam an „One Billion Rising“, einer weltweiten Aktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Dabei konnten sie ihr Wissen vertiefen, Erfahrungen austauschen und wichtige Kontakte knüpfen.

Aus einem Projekt entstand ein wachsendes Netzwerk

Ursprünglich war eine dreijährige Schulungsreihe von 2017 bis 2019 für 20 Teilnehmerinnen geplant. Schnell zeigte sich jedoch, dass der Bedarf deutlich größer war. Deshalb wurden zwei weitere Schulungsreihen beantragt und durch das Land Brandenburg finanziert. Bis Ende 2021 konnten so fast 50 Frauenbeauftragte und Unterstützerinnen qualifiziert werden.

Im Dezember 2021 würdigte Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher das Engagement der Teilnehmerinnen und Trainerinnen bei einer Veranstaltung in der Potsdamer Staatskanzlei. Auch die damalige Landesbehindertenbeauftragte Janny Armbruster betonte die Bedeutung des Projekts für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Behinderungen.

Anschließend wurde die Arbeit fortgesetzt: Weitere 31 Frauenbeauftragte und Unterstützerinnen nahmen an Schulungen und Vernetzungstreffen teil. Zugleich begann der Aufbau eines landesweiten Netzwerks für Frauenbeauftragte in Brandenburg.

Auch in den Wohnangeboten des Hauses St. Norbert engagieren sich Frauen für die Interessen ihrer Mitbewohnerinnen. Cindy Januschek bringt dabei gleich zweifache Erfahrung ein: Sie gehört zum Schulungsteam und wurde von den Bewohnerinnen zur Frauenbeauftragten gewählt.

 

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